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Allgemein

FWG-Segway-Tour durch unser schönes Rheinhessen

Nach der Corona bedingten Pause lädt die FWG Lörzweiler am Weinfest Sonntag wieder zu ihrer beliebten Segway-Tour quer durch die Verbandsgemeinde Bodenheim ein. Am 03. Juli um 13.00 Uhr startet die Tour auf den ungewöhnlichen Fahruntersätzen in Lörzweiler durch die Gemarkung unserer schönen Verbandsgemeinde

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 15 Jahre
  • gültige Fahrerlaubnis (Mofa, PKW oder Motorrad) bitte mitbringen
  • maximales Körpergewicht 118 kg
  • Teilnahmegebühr max. 85 Euro. (variiert per Teilnehmerzahl –  letztes mal 78 €)
  • keine Vorkenntnisse erforderlich
  • Unterweisung vor Ort
  • Leihhelme dürfen seit Corona nicht mehr gestellt werden. Es wird gebeten einen eigenen Fahrradhelm mitzubringen.
  • wir empfehlen flaches und weiches Schuhwerk (Sohlen nicht zu dünn, das kribbelt!), z. B. Joggingschuhe.
  • bewährt haben sich Sonnencreme und Anti-Brumm
  • Bequeme Kleidung
  • Anmeldung gilt als verbindlich nach Überweisung der TN-Kosten
  • Start und Ende voraussichtlich Parkplatz Fieser Stiel Lörzweiler
  • die Gesamtdauer der Tour beträgt etwa 2,5h mit ausreichender Einweisung
  • Weitere Details gehen den Teilnehmern nach Anmeldung zu.

 

Anmeldungen bitte bis zum 06. Juni 2022 bei Ralf Jakobs:

Email: segway@fwg-loerzweiler.de
Telefon: 06138/90 24 43

Kontoverbindung:
Volksbank Alzey-Worms e.G.
IBAN: DE 23 55091200 0059 0670 01
BIC: GENODE61AZY
Kontoinhaber: FWG Lörzweiler e.V.
Verwendungszweck: Segway 2022 + Teilnehmername!

Bei unbefahrbahrem Wetter wird ein Alternativtermin stattfinden.
Es ist wirklich ein unfassbares Erlebnis!
Wir freuen uns sehr darauf!

Pflanzaktion für den Frieden

Am kommenden Samstag (19.03.2022) starten wir eine Pflanzaktion für den Frieden: Blumen für die Ukraine!
Wir bepflanzen Eure Blumenkästen mit blau-gelben Hornveilchen oder mitgebrachten Blumen nach Wahl. Pro Blumenkasten für 15 Euro und ab 5 Kästen für jeweils 10 Euro. Der Erlös kommt dabei der Ukraine zu Gute. Ab 15 Uhr in der Königstuhlstraße 3, keine vorherige Anmeldung nötig. Wir freuen uns sehr!
Herzlichst Sabine und das gesamte FWG-Team
Gerne weitersagen!

Mitgliederversammlung 2022

Die jährliche Mitgliederversammlung der Freien Wählergruppe Lörzweiler e.V. findet statt am

Mittwoch, den 16. März 2021 um 20:00 Uhr
im Epoisses-Saal im Obergeschoss des Gemeindezentrums.

Der Vorstand hat eine neue Satzung erarbeitet, die beschlossen werden muss. Weitere Informationen inklusive der neuen Satzung wurden an alle FWG Mitglieder per E-Mail verschickt.
Wir bitten wird um zahlreiches Erscheinen. Am Mittwoch den 9. März wird der Vorstand zur Vorbereitung der Versammlung nochmals tagen und anschließend die offizielle Einladung inklusive den aktuellen Coronabestimmungen und der Tagesordnung verteilen.

Lörzweiler Histörchen zur Adventszeit

Der Polizeidiener

Früher gab es in Lörzweiler einen Polizeidiener, der zeitgleich auch der Messner war. In früherer Zeit war dies der Polizeidiener Michel. Sein richtiger Name war Michael Hammer. Da die Kinder aber seinen richtigen Namen nicht wussten, war es für sie einfach „de Polizeidiener-Michel“. Er war auf der Bürgermeisterei die rechte Hand des Bürgermeisters. Ein schwarzes Brett gab es zu damaliger Zeit noch nicht in unserer Gemeinde. Hatte der Bürgermeister seinen Bürgern etwas mitzuteilen, nahm der Polizeidiener eine große Handschelle und ging ins Dorf. Er hatte seine festen Plätze in den Straßen zum Bekanntmachen seiner Aufträge. (zum Beispiel an der Kreuzung gegenüber dem Rathaus, vor dem heutigen Haus der Familie Pahle!) An einem solchen Platz blieb er stehen und schellte mit seiner Glocke solange, bis die Einwohner ans Tor oder zum Fenster kamen, um zu hören, was es Neues gab. Oft sagte die Mutter zu den Kindern: „geh mo schnell enaus und horsch emol, was es schellt“! Hatte der Polizeidiener Michel lange genug die Glocke bewegt und beim Umherschauen festgestellt, dass viele Leute auf der Straße waren, so rief er dann mit lauter, amtlicher Stimme: „Bekanntmachung“! Jetzt musste man aufpassen, was der Michel zu verkünden hatte. Meistens waren es 4-5 verschiedene Posten, was er zu sagen hatte.

Zum Beispiel: Dass die 4. Rate Grundsteuer demnächst fällig wäre oder die nächste Mütterberatung am kommenden Tag im Rathaus mit einem Kinderarzt stattfindet. Hatte jemand seine Geldbörse verloren, so bat der Michel den ehrlichen Finder die Geldbörse auf der Bürgermeisterei abzugeben. Ebenso war eine wichtige Info, wann „de Klaueschneider“ kommt oder im Herbst, dass ab dem 01. September die Weinberge geschlossen sind und niemand ohne einen Schein hinausgehen durfte, außer an den Wingerttagen. Wenn die Kinder dann vom Ausrufer zurückkamen, wussten sie meistens nicht mehr alles, was der Polizeidiener Michel verkündet hat und die Mutter musste später die Nachbarin fragen, was es geschellt hatte. Sicher wusste dies allerdings immer die Joschte-Lisa, die nicht selten noch ein paar Neuigkeiten mehr wusste, als der Ausrufer! Alle Einwohner waren nach dem Schellen gut informiert und wussten was sie die nächsten Tage zu tun hatten. Ohne viel Papierkrieg und „moderne Ferz“ an technischem Aufwand waren die Bürger auf’s Beste im Ort informiert. Später war der Michel schon etwas moderner. Er fuhr mit einem Kleinmotorrad die Ausrufplätze ab. Bei dem heutigen Verkehr wäre so was wie der Polizeidiener Michel undenkbar. Auch durch unsere doppelverglasten Fenster würden wir die Glocke nicht mehr hören. Doch manchmal wünschen sich Manche eine solche Ruhe, wie damals in unser Dorf zurück und wenn es nur für einige Minuten wäre, in dieser hektischen Zeit.

 

Das Tageläuten

Pünktlich jeden Morgen um 6 Uhr läutet es in unserer Gemeinde. Wir nennen es das Tageläuten. Die Glocke ruft uns einen guten Morgen zu. Früher, als das Läuten noch nicht automatisiert war, zog der Küster, bzw. die Küsterin, morgens am Glockenseil, um so die Glocke zum Läuten zu bringen. Das Ehepaar Michael und Barbara Hammer, „de Michel un die Bawett“ genannt, waren viele Jahre als Küsterpaar in unserer Pfarrei tätig. Die Bawett stand Sommer wie Winter jeden Morgen um 6 Uhr in der Kirche und zog zum Tageläuten das Glockenseil. An kirchlichen Hochfesten nahm sie sich 2 freiwillige Helfer mit, um den Feiertag festlich mit allen Glocken einzuläuten. Einmal ist ihr jedoch etwas sehr Unangenehmes passiert. Einige junge Burschen, die noch bei der Magret in der Gastwirtschaft „Zum Königstuhl“ (ehemalig in der Königstuhlstraße am Festplatz) waren, hörten um 0.30 Uhr, also halb eins in der Nacht, die Glocke läuten. Es muss aber noch gesagt werden, dass es zu damaliger Zeit in unserer Gemeinde noch keine Feuersirene gab. Bei einem Brand läutete die Sturmglocke der Kirche. Alle in der Gaststube dachten nun an Feuer und rannten in die Kirche, um zu erfahren, wo es brennt. Die Bawett war sehr erstaunt plötzlich so viele Leute zu sehen. „Es brennt nirjendwo“ sagte sie, „ich läut doch Tag“! Die nächtlichen Besucher konnten sie überzeugen, dass es zum Tageläuten noch viel zu früh war. Es stellt sich dann heraus, dass die Bawett im Halbschlaf auf ihrem Wecker den kleinen Zeiger mit dem großen verwechselt hatte. Beim Hinschauen hatte sie 5 Minuten nach 6 gesehen und befürchtet, sie wäre heute zu spät dran. Dass es in Wirklichkeit aber erst halb eins war, davon ließ sie sich gern überzeugen, denn bis zum nächsten Tagläuten durfte sie noch ein paar Stunden schlafen! Und so kam es, dass es an einem Tag zwei mal Tag läutete.

Böse Zungen erzählen, dass auch der Kirchendiener (als ihr Ehemann) in der damals bestens frequentierten Dorfkneipe „Zum Königstuhl“ bei der Magret ein und aus ging und nicht selten seine Mitaktiven des Feierabendschoppens zu ihm spätabends sagten: „läut glei, donn hostes morje früh gespart!“.

 

De Wingertschütz

Kam die schöne Herbstzeit, dann war der Wingertschütz nicht mehr weit. Den Vögeln, hauptsächlich den Staren, schmeckten die süßen Trauben besonders gut. Ganze Starenschwärme konnten schon so einige Rebstöcke leerfressen. Deshalb mussten die Trauben geschützt werden und dies tat der Wingertschütz. Er passte auf Vögel und auf Traubenklauer auf. Die Weinberge waren früher ab 1. September geschlossen und es durfte niemand das Weinbergsgelände betreten, außer dem Wingertschütz! Er wachte über die Trauben und schützte sie vor Mensch und Tier. Wollte man noch eine nötige Arbeit in den Weinbergen verrichten, so musste man sich auf der Bürgermeisterei einen Weinbergsschein holen, um quasi seine eigenen Felder betreten zu dürfen. Samstags war Wingertstag, an dem die Besitzer freien Zugang zu den Weinbergen hatten. Der Wingertschütz passte natürlich streng auf, dass ja kein Unbefugter die Weinberge betrat. Ein solcher Wingertschütz war der Alfred Martin, „de Lorens Alfred“ genannt. Für ihn war es eine Ehre die Weinbauern zufrieden zu stellen. Damit de Wingertschütz vor Regen und Unwetter geschützt war, stellte die Gemeinde kleine Hütten auf, die aus Stroh und alten Latten errichtet wurden. Für die Kinder war es immer sehr schön, bei der Traubenlese ihr Vesperbrot in der Hütte zu verzehren. Passte mal ein Wingertschütz nicht mit seiner Zigarette auf, so konnte die Hütte auch mal ganz schnell in Flammen aufgehen und der Wingertschütz musste aufpassen, dass er bei einem Nickerchen nicht noch selbst mit verbrannte. Doch mit der Zeit wurden dann die Wingertschützer durch moderne Selbstschussapparate ersetzt. Das ist ein automatischer Apparat, der alle paar Minuten einen lauten Schuss abgibt. So konnte der Wingertschütz, der ja auch mit seiner Wingertspistole schoss und dabei denselben Effekt erzielte, fast völlig ersetzt werden. Wir in Lörzweiler aber haben noch immer an der alten Tradition festgehalten und verfügen bis heute über leibhaftige Wingertschützer! Allerdings auch mittlerweile hochmodern motorisiert!

 

Die Traubenlese

Ach wie ist es heut so schön
einem Vollernter beim Traubenlesen zuzusehen!

Man steht bim Traubenwagen und passt gut auf
hoffentlich gehen die Trauben alle drauf

Für die Winzer Arbeitserleichterung und daher großes Glück
Doch meine Gedanken schweifen manchmal zurück

Meine Mutter hat mir immer erzählt
Dass früher der Herbst war erst sehr spät

Die Weinberge die warn symbolisch abgeschlosse
Und de Wingertschütz hat kaaner dorschgelosse

Am 2. November am Allerseelentage
Begannen dann die Erntetage

Die Fuhrwerke hatten hintereinander in der Schlossstraße gestande
um auf das Läuten der Glocke zu warte
dann das Läuten: Das war der große Start!

Oft bei Regen und manchmal sogar bei Schnee
Ja damals wars Traubenlese net immer schee

Von wegen im Dirndlkleid wie mers auf Bildern oft sah
Noch net emol Gummistibbel hot mer damals getrah

Zu unserer Zeit war zwar noch net alles so perfekt
Doch der Büttenträger wurde durch die Traubenkarrnche ersetzt

Die Leser durften sich auf Schemelscher setze
Und mit einem Liedchen wurden oft die Trauben gelesen

Doch Dirndlkleid und Liedche mir sage dir „ade“
Ach was ist die heutige Zeit doch so schee!

 

Das Leiterwähelsche von Ria Christ

„Leiterwähelsche“ heißt auf Hochdeutsch „kleiner Leiterwagen“. Wer früher ein solches Leiterwähelsche hatte, war zu beneiden. Alle, aber auch alle größeren und kleineren Besorgungen, wurden mit einem solchen Wägelchen erledigt. Ob was zum Wegbringen oder was zum Heimholen war, das Leiterwägelchen war Mädchen für alles. Das Warenlager der Raiffeisen war oben in der Schlossstraße, etwa da, wo heute die alte Volksbank ist. Wurde zu Hause für das Vieh Kraftfutter gebraucht, so sagte die Mutter „Nemms Wählche un fahr in de Consum un hol en Sack Furekalk“. Da wir Kinder fast immer geschickt wurden, taten wir das auch ohne Murren. Es war oft auch ein Vergnügen mit dem Wägelchen zu fahren. Da es von der Raiffeisen bis zu uns nach Hause immer bergab ging, setzte man sich auf den Futtersack, nahm das Deichselchen zwischen die Füße und los gings, fast bis vor unser Hoftor! Da ja so gut wie keine Autos unterwegs waren, konnte man mitten auf der Fahrbahn den Wagen rollen lassen. Die Leute, die kein größeres Fuhrwerk, das heißt keinen Ochsen oder Pferd als Zugtier hatten, holten das Futter für ihr Vieh mit dem Wägelchen nach Hause. Wurde das Mehl zu Hause knapp, lud mein Vater ein paar Säcke Frucht, zum Beispiel Weizen oder Roggen auf unser Wägelche und fuhr damit in die Mühle zum Mahlen. Es gab kaum ein Tag an dem das Leiterwägelchen nicht im Einsatz war. Ein Auto wäre bestimmt zu damaliger Zeit unangebrachter gewesen, als solch ein Wägelchen. Oft wurden auch schwere Sachen mit ihm transportiert und es war überladen. Die Folge war dann das Zusammenbrechen eines Rädchens. In der Wagnerei Lindroth wurde der Schaden jedoch schnellstens behoben. Als die Wirtschaft nach dem Krieg wieder in Aufschwung kam, wurde bei uns zu Hause als erstes ein neues gummibereiftes Wägelchen gekauft, mit dem man dann stolz und leise durchs Dorf fahren konnte. Doch wie gesagt, der Aufschwung machte auch bei uns nicht Halt. Das Leiterwägelsche wurde von modernen motorisierten Fahrzeugen ersetzt. Heute kennen nur wenige noch ein solches Wägelchen, es sei denn, es steht noch eines in der hintersten Ecke des Schuppens, das als ein Erinnerungsstück aufbewahrt wird.

 

Es Kerbekleid von Ria Christ

Mir in Lörzweiler habe es jo schee. Unser große Kerb ist im Mai. Wann mer sich do e nei Kerbekleid kaaft, hot mer de ganze Sommer was davon. Heutzutage is des ja auch kein Problem. Des kann mer am Kerbesamstag noch erledige. Mer setzt sich ins Auto, fährt in die Stadt, und 2 Stund später kann mer des Kleid schun im Kleiderschrank hänge habbe. Aber wie annerster war des vor 50 Jahr. Kerbekleider hots damals ach schun gebbe und alles Unikate. Jedes Jahr e Neies aber mit viel Trara. Im Januar ging mer zu de Schneiderin un hot gefrogt, ob se noch Zeit un Luft hätt fer e Kerbekleid zu nähe. Hat sie dann zugesagt, is mer erst emol gemesse worn, denn des Maß war ganz wichtig. E paar Hefte mit Muster hot mer mitham gekrieht und mer hot im Familienrat sich was ausgesucht. Die Schneiderin gab uns dann die Stoffmeng an. An ein Jahr kann ich mich noch gut erinnern. Es war in de 50ern. So gings dann los. On eme trockene Regetag, wo mer drauße nix schaffe konnte, sinn mer in die Stadt gefahrn. Bevor mer an de Bus ginge hot mein Vatter zu meiner Mutter gesagt: „Horch, des Meere war de ganze Herbst so fleißig, guck net uff de Preis und kaaft dem en schöne Stoff. Mer habbe erst emol im Kaufhof geguckt und sein schließlich beim Gisee gelandet. Ach was e Auswahl. Aber mir hat en schöne Stoff ins Aach geleucht. En fliederfarbene Taft. Die Verkäuferin hot glei gesehe, wo mein Augenmerk hinging und hot uns den Stoff mit Engelszunge angepriese. Nehmese e bisje mehr Stoff, da gibt des en scheene Tellerrock und wann des Mädsche dann on de Kerb tanzt, do tut des Röckelsche schön flieje. Na die Schneiderin hat mer dann alles nach Wunsch gemacht. Samstags vor Kerb letzte Anprobe bevor mer zum Friseur zur Dauerwelle nach Mommenheim ging, e nei Kleid braucht jo ach e schee Frisur. Kerbesonntamorgen, e halbe Stund vor de Kersch, iss des Kleid dann gekomme. Fliederfarbenes Taftkleid mit schwarzem Samtgürtel un schwarze Samtknöpp un natürlich mit Tellerrock. Aber ohzieh konnt ich des Kleid net, denn es hot wie mit Kübel geschitt. De Rege hot bis obens um halb 6 erum ohgehalte.

Aber als um 6 Uhr die Sonn eraus kumme is, bin ich von de Musik ham (damals war mittags schon Tanzmusik), hab moi nei Kleid  ogezoge, bin wieder zum Tanze gange. Grad wie ich wieder angerauscht bin, hat die Musik Damenwahl verkündet. Ich hab mer de beste Walzertänzer geholt un mein Tellerrock is nur so gefloge!

 

Der Bäcker

Wie ja vielen bekannt ist, war Lörzweiler vor etwa 50 Jahren eine sehr kleine Gemeinde. Unser Ort hatte so um die 700 Einwohner, etwa ein Drittel von Heute. Aber trotz kleinem Ort hatten wir 2 Bäckereien hier. Es war der Oberbäcker in der Schlossstraße, betrieben von Peter Allendorf und der Unterbäcker, oder Bäcker-Bäcker, der war in der Bahnhofstraße im heutigen Hause der Bäckerei Mayer. Beim Oberbäcker gab es keinen Verkaufsraum. Man musste zuerst durch den Hof und dann in den Hausflur gehen, wo die Brote verkauft wurden. Wenn es mehrere Kunden gab, stand das Wohnzimmer als Laden zur Verfügung. Ein großer Tisch stand in der Mitte mit einer Schublade, die als Kasse diente. Neben an der Wand stand ein altes rotes Samtsofa. Wenn die gute Stube voll von Kunden war, versuchten die Kinder sich immer auf das rote Sofa zu setzen, was aber die Hausherrin überhaupt nicht duldete.

Das Mehl bekam der Bäcker von den Landwirten gebracht, die ihr Korn zuerst in die Mühle brachten und dann zum Bäcker fuhren. Es gab dann für das Mehl Brotkärtchen. Beim Kauf eines Brotes gab man 1 Kärtchen und bezahlte noch 30 Pfennig Backlohn. Frische Brötchen gab es beim Oberbäcker nur am Samstag. Viel besser war es beim Bäcker in der Bahnhofstraße. Hier war schon ein richtiger Laden mit Schaufenster vorhanden. Hier gab es auch mal die Woche über Brötchen oder Zuckerwecke zu kaufen. An den Samstagen wurden in beiden Bäckereien am Nachmittag Kuchen zum Backen angenommen. Als die Kinder von der Schule nach Hause kamen, hatte Ria Christ‘s Mutter schon alles vorbereitet. Sie gab den Kindern unter jeden Arm ein Kuchenblech, die sie dann zum Bäcker brachten. Waren es Streuselkuchen, so stellten sie unterwegs auch mal die Bleche ab, um ein paar Streusel zu stibitzen, was natürlich wunderbar schmeckte. Im Herbst gabs dann die großen Zwetschgenkuchen, wobei die Kinderarme diese kaum fassen konnten. Da alle Bleche gleich aussahen, wurden sie mit Namenszettelchen versehen, die nach dem Backen oft unleserlich waren und man dann auch mal den Kuchen des Nachbarn heimtrug. Ria Christ fand das als Kind ganz schön blöd, weil „ihr“ Bäcker der Oberbäcker in der Schlossstraße war und sie die Kuchen und Brote so weit tragen musste, wo doch der Unterbäcker ganz in der Nähe ihres Hauses war. Der Bäcker in der Schlossstraße war aber ein Cousin ihrer Mutter und keiner der Familie durfte den Laden in der Bahnhofstraße um die Ecke betreten. Ich glaube niemand in Lörzweiler  freute sich mehr als sie, als es in Lörzweiler nur noch einen Bäcker gab!

Eine der großen Rätsel für Zugereiste ist noch heute: Warum gibt’s diesen Clinch zwischen Mommenheim und Lörzweiler? Eine mögliche Antwort ist: Die Mommenheimer waren evangelisch, die Lörzweiler katholisch. Da die Kerb aller dreier Ortschaften Mommenheim, Lörzweiler und Nackenheim kurioserweise zeitgleich stattfand, warnte der Lörzweiler Pfarrer die Mädchen zu dieser Zeit stets mit den Worten: „Meedscher, do naus derfter gehe (Finger Richtung Nackenheim), abber do naus net (Finger Richtung Mommenheim)!“. Ebenfalls mahnte der Mommenheimer evangelische Pfarrer die jungen Dinger: „Meedscher: die Lörzweiler Kerb is fer Eisch verbote!“.

Dennoch gab es in Mommenheim eine katholische Gärtnerei und in Harxheim eine evangelische!

Eine andere viel ältere Begründung findet sich wohlmöglich darin, dass Mommenheim einen Pfalzgrafen beheimatete, der eine andere Grenze ausrief: In Mommenheim beginnt die Pfalz und somit wurde auch religiös deutlich eine Grenze gesetzt! Aber unterhaltsamer ist auf jeden Fall die erstere Variante!

In Lörzweiler gab es den „schwarzen“ Kirchenchor und die „rote“ Cäcilia. „Mischehen“ (unterschiedliche Konfessionen) wurden äußerst ungern gesehen, ja, sie waren sogar ausgesprochen unerwünscht. Bildete sich hieraus doch eine Liebschaft, so wurde nachts heimlich vor deren Häuser ein breiter, weißer Kreidestrich gezogen und somit wusste es dann das ganze Ort! Dazu muss man wissen, wenn Lörzweiler sich auswärtig verliebten, dann auch noch in einen, der einen anderen Glauben hatte, durfte er oft nicht mehr nach Lörzweiler heimkommen…

 

Hier in Lörzweiler war es der Fall, dass der Pfarrer und der Lehrer (beides Gelehrte!) sich nicht so grün waren. Der Pfarrer war zugleich Chorleiter des Kirchenchores (späterer Dekan Werner) und der Lehrer Lichtenegger war zugleich der Balwere, also der Ortsfrisör. Die beiden lieferten sich gern und entsprechend regelmäßig Wortgefechte, wer wohl der Gelehrtere sei. Eines Tages war es wieder soweit und der Pfarrer musste notgedrungen die Dienste des Frisörs in Anspruch nehmen. Ein Wort gab wie üblich das andere und überliefert wurde folgendes Balwere-Zitat: „Herr Pfarrer, wenn sie so e Schmalfuttsche (aus dem jiddischen: Anbabber) sin, dann rasier ich Sie net fertisch!“ Der Pfarrer ging an diesem Tag nur halb rasiert nach Hause…

 

Dass die Lörzweiler schon immer ein feierfreudiges Völkchen waren, beweist der Umstand dass es früher mehrere Tanzsäle in Lörzweiler gab. Tanzsaal Althaus, Tanzsaal Adolf Allendorf, Tanzsaal Gottwald. Letzterer hatte einen Spiegel im Tanzsaal. Der eignete sich hervorragend, um „en onnern emo zuzezwingern“! Und beim Gottwald gabs auch eine 3-Mann-Kapelle, die sich großer Beliebtheit erfreute! Außerdem gab es tatsächlich früher 2 Kerben: Die eine an Kirchweih, bis zum heutigen Tag und die Nachkerb auf St. Michael, dem Namenspatron, der Lörzweiler Kirche!

 

Kleine liebe Zitate:

„Mer war dankbar wenn man e Bobbewähelsche mit nur 3 Räder hatte, sonst gab‘s ja nicht viel…

„Früher hatte noch de frechste Bangert Schiss vorm Niggelaas!“

„Wenn’s heiß war, gingen die Kinder nicht in ein Schwimmbad, mer setzte sich aafach ins Bitschje!“

„Die „Kö“ hot Wasser“. Das resultierte möglicherweise daraus, dass hinter dem ehemaligen Hammer-Hof ein Teich war (das sogenannte Becker-Feld). Der frühere Fischweiher gehörte der Oberschicht, die sich dort ein paar Karpfen fürs Freitagsgericht hielten. Eigentlich war Lörzweiler eher eine wasserarme Gemeinde. Der Brunnen, der heute noch im Mehrgenerationsraum im Gemeindehaus zu sehen ist, war der ehemalige Feuerwehrbrunnen.

„Mir ham uff de Gass gespielt und kaa Computer-Tierscher mim Handy gefange!“

„Mir wollte aus de Fieß soi un sin fuchtele gange. Mädscher durfte bei de Bube mitspiele, wenn se sich dorschsetze konnte! Milch wegbringe war es Größte! Obends on de Milchsammelstell hot sich die Jugend getroffe. Die Milchsammelstelle war dort, wo heit de Scheidemantels ern David wohnt, in de Schlossstroß.“

„Die Milchabgabestelle beherbergte und bewirtschaftete die „Milch-Marie“, „sie war zwar evangelisch, aber super-exakt, hielt sich penibel an die Abgabezeit, war pingelig und robust“ und fand somit  – trotzdem sie evangelisch war und einen Lörzweiler Katholiken heiratete – Akzeptanz in Lörzweiler.“

„Über die Leit saht mehr „Guden Moje und Guten Tach“, aber net dene, die hinnern Lade nausgugge!“. Eine solche Person war wohl die Joschte-Lisa, damals wohnhaft im heutigen Pahle-Haus, Ecke Schlossstraße / Rheinstraße. So reimten damals die jungen Leute: „Un willste mal heimlich zum Haus enausgehe, es Joschte-Lisa kriet alles gesehe!!!“

„Der Schreiner Schrittmacher ist mal zum Dreschen zu spät gekommen, als Entschuldigung kam dieses: „Mei Madame war heit Nacht net deheim“ (sie war die Hebamme der Region, die Frieda aus Mommenheim), „ei wer hotten was krieht?“ wollten Alle wissen: Das war die Geburt von Michael Christ, von dessen Ankunft keiner eine Ahnung hatte. Die Mama hatte nämlich eine ganz ähnliche Figur, wie unser Michael…“

„1970 gab es dann bereits 1 Auto in Lörzweiler, nämlich das vom Dietze-Schorsch (früher: Opa Dietz, Opa vom Bruno Lang) in der Schlossstraße. Unserm Felix Becker seine Frau lag in den Wehen und Frieda, die Mommenheimer Hebamme, war bald zur Stelle. Felix ist im Untergeschoss aufgescheucht hin und her und war unfassbar „uffgerescht“. Auf einmal schrie Frieda von oben zum Felix: „de Dokter, de Dokter!“ und Felix ließ panisch alles stehen und liegen und flitzte, so wie er war zum Dietze-Schorsch um mit ihm und seinem Auto den Doktor zu holen. Aufgelöst vor Sorge kam er endlich daheim an, wo die Frieda schon auf ihn wartete, um ihn ordentlichen den Marsch zu blasen: „Wo warst Du denn, Du Simbel, mer warte all uff Disch!“ und Felix konterte „ei isch hab de Dokter geholt wie de des gesacht hast“, darauf die Frieda „fer wasn des? Du Dollbohrer! Isch hat gerufe: Felix, e Tochter, e Tochter!!!!“

„Lörzweiler selbst wurde von den Bomben im Krieg verschont, aber der Luftdruck der im Umland fallenden Bomben ließ auch in Lörzweiler die Scheiben bersten und der Schnee färbte sich rabenschwarz. Die Frauen mussten die Bombenlöcher wieder zuschütten. Zum Dank, dass Lörzweiler von Bomben verschont wurde, errichteten Lörzweiler Bürger das uns heute noch vertraute Hohbergkreuz.“

„Der Müller Bäcker-Lorenz in der Mühle hatte die einzige Waage im Ort. Wenn man es mal wissen wollte, wo man gewichtstechnisch stand, dann musste man zu ihm.“

„Lörzweiler hatte früher drei Kolonialwarenläden: Herr Lang, Frau Herberg und Frau Allendorf!“

Auf die Frage nach damalig typischen Weihnachtsgeschenken, erhielt ich die Antwort: Es gab dann mal „Gutsjer“, Plätzchen aus viel Milch, Mehl und Zucker, aber manchmal, als es wenig gab, kam halt auch weniger Schmackhaftes hinein und dann nannte man sie: „Luftgutsjer“! Ging’s einem besser gab es zu Weihnachten Buttergebäck, hatte man Nüsse, dann Nussmakronen und zeittypische Geschenke waren: Ein selbstgestrickter Schal, selbstgestrickte Socken und aus alter Bettwäsche und Gardinen wurde Kleidung genäht. Helen Hammer (v. Karl) wünschte sich Mineralwasser, ansonsten waren weitere Wünsche: 1 Kasten Limo, ein Weihnachtsbaum mit einer Kugel (!) und fast alle Kinder hatten einen Rodelschlitten, nur Ria Christ nicht. So hoffte sie einfach mal auf Weihnachten… Heute nicht mehr auszudenken!

Ein Originalzitat (Frau Groben) betrifft den noch heute existenten Hochheimer Markt, nämlich: „des ist für mich höher als Amerika!“! Die schon für damalige Verhältnisse riesengroße dortige Ausstellungshalle Halle war Treffpunkt für Menschen aus allen Ortschaften der Region.

 

Straßennamen in Lörzweiler:

Königstuhlstaße = dee Reescht

Rheinstraße = die A…

Königstuhlplatz = Peterschesplatz (Horne-Peter, ehem. Bürgermeister)

Pfaffenbrunnen = Katzeloch

es Reilsche = Wehregrabe

Greifenklaustraße = Familie Greifenklau

Greifenklaugasse = Werle-Gass – da hatte wohl mal jemand mit dem Namen gewohnt

 

60er-Jahre:

Weinbergstraße war Feldweg

Am Schloss war Feldweg

Raiffeisenstraße war Feldweg

 

Namen für das Brotende (immer wieder lecker und beliebt)

Es Liebsche

Es Knerzje

Es End

Es Rinkel ( auch bayerisch Augsburger Ecke)

 

Alte Begrifflichkeiten, Geschichtchen und Erinnerungen:

Scheometer = Geometer/Vermessungsbeamte

Guggerutz = Pferdezahn = Maiskörner

Es gab einen gusseiserner Brunnen in der Königstuhlstraße

Knippel-Eck = Wo Familie Kranz wohnt war das Häuschen wo Schlossangestellte vertrimmt wurden, wenn sie nicht gehorcht haben.

Wisst Ihr was „e Prenk“ is? Das ist eine Zinkwanne!

Früher musste man montags um 9 Uhr kündigen, wenn man kündigen musste oder wollte

Wisst Ihr, was ein altbewährtes Heilmittel bei Arthrose ist? Regelmäßig Melkfett dick auftragen und gut einmassieren!

 

 

Wisst Ihr jetzt e bisje mehr über Lörzweiler?

Eine afrikanische Volksweisheit sagt: „Wenn ein alter Mensch stirbt, geht eine Bibliothek in Flammen auf!“. Ganz sicher gibt es noch endlos viele wundervolle Geschichten, die uns mit Staunen, Bewunderung, Verwunderung überraschen und auch zum Nachdenken anregen. Hinhören, zuhören, aufschreiben, weitergeben! Das kann ich nur empfehlen. Wir hatten wirklich tolle Stunden zusammen! Vielen Dank für die Offenheit derjenigen, die den Senioren-Babbelkreis zu dem gemacht haben, was hier zu lesen ist! Vergelt’s Gott, dass wir diesen Einblick in die gute alte Zeit haben durften!

Es war mir ein ganz besonderes Vergnügen!

Sabine Gauly

Freie Wähler im Landtag

14. März 2021, gegen 20 Uhr. Nach ARD-Meldung erreicht die FWG in der heutigen Landtagswahl in Rheinland-Pfalz über 6 %! Wir gratulieren Joachim Streit und der gesamten FWG zu diesem (lange überfälligen) großartigen Sieg! Ich bin sicher, dass nicht nur Skandale und Skandälchen der letzten Tage dafür gesorgt haben, dass die Wähler ein sehr deutliches Votum ablieferten. Für uns als FWG ist es ein hervorragender Erfolg und mit Joachim Streit haben wir nun einen wirklich guten Mann an guter Position in eine neue gestärkte Zukunft!
Wir wünschen ihm für seinen neuen Abschnitt viel Erfolg, viel Freude, viele gute Begegnungen und immer einen engen Kontakt zu uns!
Von Herzen alles Gute
Herzlichen Glückwunsch
Sabine A. Gauly-Störing
Vorsitzende
samt der gesamten
FWG Lörzweiler e.V.

Update: Boule-Turnier

Herzliche Einladung für die Freunde der fröhlichen Kugel!

Am 11. Oktober wird zum ersten Mal das FWG-Boule-Turnier stattfinden. Ab 14.00 Uhr werden wir auf der von uns gespendeten Boule-Bahn neben dem Hohbergstadion in Lörzweiler mit 4 Teams und je 4 Mitspielern antreten.

Der aktuellen Situation geschuldet ist die kleine Teilnehmerzahl. Wir wollen das Turnier nich ausfallen lassen, möchten jedoch alle erforderliche Sorgfalt walten lassen. Ein verantwortungsvoller Umgang ist ja selbsterklärend. Fairnesshalber werden die 4 Teams unter den 16 Anmeldungen ausgelost.

Wer sich anmelden möchte, bitten wir um Zusendung des Namens, der Adresse und der Rufnummer an folgende Mailadresse: Bouleturnier@die-vee.de
Wer zuerst kommt mahlt zuerst! Der Pokal ist poliert!

Der FWG-Vorstand freut sich jetzt schon drauf!

Informationen zur aktuellen Corona-Pandemie​

Für uns alle sind diese Tage besonders herausfordernd und wir alle erleben diese Krise gemeinsam. Unsere tiefen Gedanken sind mit allen, die von COVID-19 direkt betroffen sind und allen Personen, die alles dafür tun, um diese Notsituation zu meistern. Uns liegt die Gesundheit und Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger zutiefst am Herzen.

Daher sind alle Veranstaltungen der FWG sowie der Ortsgemeinde Lörzweiler bis auf weiteres abgesagt.

Hier gelangen Sie zu den aktuellen Hinweisen der Ortsgemeinde Lörzweiler:

Information zur Corona-Pandemie (Stand: 23.03.2020)